Dagegen war es in Niagara Falls schwieriger, etwas zu finden. Dort war es jedoch allgemein schwierig, etwas Nahrhaftes aufzutreiben, da Supermärkte dort unauffindbar schienen. Stattdessen drängte sich ein Burger King (sogar mit einem Frankenstein-Kopf als Plastikfigur dahinter) an den anderen und der süßliche Geruch aus den Zuckerläden wehte ständig zu mir herüber, als ich durch die Straßen lief. Vieles hatte zudem ohnehin nicht geöffnet, sodass ich mich hauptsächlich an der Tankstelle versorgte, die nah bei meiner Unterkunft lag. An meinem letzten Morgen ging ich sogar das erste Mal in meinem Leben zu Subway und holte mir ein Ciabatta mit Guacamole zum Frühstück, was sich als zufrieden stellende Notlösung herausstellte.
Davor in New York hatten L. und ich das Glück, einen Supermarkt in der Nähe zu haben. Dort waren viele Lebensmittel auch überzuckert, vor allem das Müsli und die Brötchen, die allesamt aus Weißmehl bestanden, doch wir hatten hier mehr Auswahl. Meistens packten wir uns Erdnussbutter-Sandwiches und Bagels ein, um tagsüber einen Snack dabei zu haben. Für mich war das Essen erst eine ziemliche Umstellung, weil ich Deutschland vorwiegend zuckerfrei esse und Weißmehl möglichst meide. Zudem erlebte ich es, ähnlich wie auf meiner Asienreise vor einigen Jahren, dass in Amerika alles in Plastik eingepackt wird. In einer Bäckerei, in der ich mich eines Morgens in New York aufhielt, hatte die Äpfel einzeln in Plastik eingeschweißt, was ich mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete. Auch überzeugte ich die Kassierer regelmäßig mit einem "No bag, please" davon, dass ich keine Plastiktüte für meine Einkäufe haben wollte. Zuhause in Deutschland wurde mir schon prophezeit, dass die Menschen an der Ostküste Amerikas nicht sehr ökologisch leben, und sie hatten Recht. Northampton stellte dabei eine Ausnahme dar, über die ich mich sehr freute.

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