Die Bäckereien statten ihr Essen dementsprechend auch mit grüner Lebensmittelfarbe aus. L. und ich hatten das Glück, an unserem vorletzten Tag in New York den St. Patrick's-Day miterleben zu dürfen. Die Sonne schien und die ganze Stadt war unverkennbar in Feierlaune. L. hatte sich eine grüne Schleife in den Pferdeschwanz gebunden, mit grünem Kleeblatt-Muster, und ich hatte grünen Lidschatten aufgelegt - im Vergleich zu den feiernden Menschen um mich herum wirkte ich jedoch nicht besonders grün gestylt.
Die Parade zog an uns vorbei und wir reckten innerhalb der Menschenmassen die Hälse, um einen Blick darauf zu erhaschen.
Die Outfits der Menschen um mich waren so schrill, dass es mich an Karneval erinnerte, nur im Zeichen des grünen Kleeblatts.
Nach kurzer Online-Recherche erfuhr ich, dass St. Patrick ein irischer Missionar gewesen war, der am 17. März gestorben war, sodass die Parade auch auf dieses Datum gelegt wurde - es sei denn, der 17. März fällt auf einen Sonntag, wie es dieses Jahr der Fall war, dann wird sie auf den Samstag vorverlegt.Nachdem wir die Feierlichkeiten rund um die St.Patrick's-Parade miterlebt hatten, zogen wir uns erstmal in die Public Library zurück, in der wir eine Führung durch das geschichtsträchtige Gebäude bekamen und uns von dem Trubel ein wenig erholten.
Die Bibliothek liegt am Bryant Park, der mir in guter Erinnerung geblieben ist: Einige Tage davor hatten L. und ich dort Jongleure getroffen, die auf dem Platz inmitten der Wolkenkratzer mit bunten Keulen, Bällen und alles, was ein Zirkusherz wie meines begehrt, neue Tricks einstudierten.
Als ich die Jongleure mit einem Anflug von Sehnsucht beobachtet hatte, kam einer der Jongleure auf uns zu und erfuhr von L., dass ich es in meiner Freizeit liebe, zu jonglieren. Daraufhin wurden mir drei Bälle in die Hand gedrückt, L. auch, und wir wurden direkt in die Gruppe der jonglierenden Menschen integriert. Ich stellte zwar fest, dass ich aus dem Training etwas raus war, doch ich genoss es, mitten in New York unter diesen Straßenkünstlern zu sein und meinem Hobby in der Sonne an diesem spannenden Ort nachgehen zu können.
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