Boston hat eine vielfältige Geschichte aufzuweisen und wirkt ziemlich europäisch für eine amerikanische Stadt- bekannt ist sie auch für die Boston Tea Party. Mein Freund M. lachte, als ich ihm erzählte, ich wäre durch die Bostoner Innenstadt spaziert und hätte mich fast gefühlt wie daheim in Deutschland. Wir waren uns beide einig, dass uns gerade die Fremdheit anderer Orte reizte. Dennoch war es interessant, Boston als Teil Neuenglands und als eine der ältesten Städte der USA kennen zu lernen.
An unserem ersten Tag folgten L. und ich dem Freedom Trail, einem Pfad aus Backsteinen, der über die Fußgängerwege und Straßen führt, direkt an den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Durch diese etwa vier Kilometer lange Besichtigungsroute sind ganze siebzehn Sehenswürdigkeiten miteinander verbunden. Wir kamen an Friedhöfen vorbei, an vielen hübschen alten Häusern sowie an dem Bunker Hill Monument, einem Turm, von dem wir eine weite Aussicht auf die Straßen Bostons hatten. Das Bunker Hill Monument erschöpfte uns beim Aufstieg mehr als erwartet; vermutlich lag dies daran, dass wir schon einen langen Fußmarsch hinter uns gelegt hatten. Jedenfalls mussten wir eine kurze Verschnaufpause auf der Treppe einlegen und uns durch ein Schild darauf aufmerksam machen lassen, dass wir nicht vergessen sollten, genug zu trinken.Ein Italienisches Viertel durchquerten wir auch in dieser Stadt, indem wir dem Freedom Trail folgten. Die Hausfassaden fand ich sehr hübsch, in diesem Viertel ließ sich einiges Buntes, Historisches entdecken, was mir ziemlich gut gefiel. Allerdings wunderte ich mich anfangs darüber, dass die Häuser gar nicht so historisch aussahen wie zuerst gedacht. Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass Amerika noch keine so weit zurückliegende Geschichte wie Europa vorzuweisen hat, von Beginn der europäischen Besiedlung an.
Am Tag danach schafften L. und ich es, den Freedom Trail zu Ende abzulaufen, nachdem wir am Abend vorher erschöpft in das riesige, weiche Bett unserer Airbnb-Unterkunft gefallen waren. Die Vermieterin und ihre Familie, die etwas außerhalb des Zentrums wohnten, waren sehr hilfsbereit und wunderten sich nicht allzu sehr, als ich zögerlich hereinspazierte. L. und ich mussten feststellen, dass die Klingel offenbar kaputt war und fanden nach einigem Überlegen heraus, dass das Haus nicht abgeschlossen war- was mich in dieser Gegend etwas wunderte, die ein wenig verlassen erschien. In dem großen Haus fühlte ich mich dann allerdings sehr wohl und erholte mich dort genügend für den Folgetag. Die Geräumigkeit amerikanischer Häuser und Villen faszinierte mich immer wieder aufs Neue.

Am zweiten Tag besuchten L. und ich die "Acorn Street", einer kleinen Gasse mit Kopfsteinpflaster hübschen Häusern mit Fensterläden. Diese Straße ist nicht sehr lang, dennoch ist es die bekannteste und meistfotografierteste Straße in Boston, in der auch nicht selten Heiratsanträge stattfinden. Als wir da waren, fanden wir einige Instagramer vor, die vor den Hauseingängen posierten. Mir gefiel die hübsche, sehr charmante Gegend mit den typisch amerikanischen Feuerleitern.
Sehr typisch für Boston ist auch der Hafen, der für die "Boston Tea Party", einem weltbekannten geschichtlichen Ereignis, sehr bekannt ist. Den besuchten wir in der Nähe zum Abschluss unseres Trips und hatten noch etwas Zeit, am türkisfarbenen Wasser in der Sonne zu sitzen, bevor wir zurück nach Northampton fuhren.

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