Freitag, 26. Mai 2023

Über die Straße von Messina nach Pozallo

Nachdem wir Tropea verlassen hatten und erneut in dem Trenitalia-Zug stiegen, erwartete uns noch ein
Zugerlebnis der besonderen Art. Sobald unser Zug die Straße von Messina, der Meerenge zwischen der Insel Sizilien und dem süditalienischen Festland Kalabriens, erreicht hatte, wurde er geteilt. Die Zugteile wurden auf die Fähre geladen, die uns nach Sizilien brachte. Wir konnten sogar während der Fährenfahrt aus unserem Waggon aussteigen. 

Weiter ging es über Sizilien nun auf unserem Weg Richtung Süden in den kleinen Ort Pozallo im Süden der Insel. Die Natur Siziliens entpuppte sich schon vom Zugfenster aus als vielsprechend mit zum Teil grünen Landschaften. Sogar einen Vorgeschmack auf den schneebedeckten Ätna sowie auf die Stadt Catania bekamen wir vom Zugfenster aus. Beides gedachten wir in den nächsten Wochen noch genauer zu erkunden. In dem Ort Siracusa, oder Syrakus auf Deutsch, hatten wir genug Zeit, uns in einem örtlichen Supermarkt etwas fürs Abendessen zu besorgen, bevor wir den Anschluss nach Pozallo nehmen wollten. Der Bahnhof in Siracusa wirkte ziemlich leer zur späten Stunde. 

Als wir auf dem Bahnsteig saßen, kam ein Mitarbeiter des Bahnhofs zu und fragte uns, ob wir den Zug nach Pozallo suchten. Dieser sei der letzte Zug, der an diesem Abend führe, und er befände sich noch auf einem etwas abgelegenerem Gleis. Dankbar für den Hinweis gingen wir zu dem Gleis und fanden einen nostalgisch wirkenden, sehr kleinen Bummelzug vor. M., der ein großes Interesse für Züge und Zugfahrten pflegt, war angesichts dieses Zuges sehr begeistert.

Erschöpft von der Reise, doch voller Vorfreude auf unser nächstes Ziel am Folgetag, Malta, kamen wir in Pozallo an. In Pozallo liefen wir durch eine Wohnsiedlung mit schachbrettartig verlaufenden Straßen und vielen bunten Neubauten mit Flachdachhäusern. Im Gegensatz zu den Orten auf Sizilien, die wir an diesem Tag aus dem Zugfenster gesehen hatten, wirkte es hier noch ein ganzes Stück anders. Der Gastgeber unserer Unterkunft begrüßte uns freundlich beim Eintrudeln in seiner Unterkunft. Das Zimmer war so schön hergerichtet, dass wir es fast schade fanden, nur eine Nacht hier zu bleiben. 

Am nächsten Morgen standen wir wieder früh auf, um mit Koffer und Rucksack zum Fähranleger zu laufen. Dort wartete die Fähre nach Malta auf uns. Die Fähre wirkte auf mich äußerst komfortabel, mit großer Fensterfront zum Meer vor uns und unglaublich bequemen Sesseln, auf denen ich mich fühlte, als säße ich im Kino- nur dass ich nicht auf eine Leinwand blickte, sondern aufs Mittelmeer. Malta konnte kommen! Es dauerte auch nur etwa eineinhalb Stunden von Pozallo, ehe die sandfarbenen Gebäude von Valletta, Maltas Hauptstadt, in der Ferne auftauchten. Ab jetzt waren wir wieder in einem anderen Land.

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