Trotz oder vielleicht gerade wegen Corona bekamen wir einen Tag vorher direkt für den nächsten Morgen ein Ticket für den Rundgang in der Alhambra. Dass die Tickets sehr schwer zu kriegen seien und überhaupt unklar wäre, wie lange die Alhambra für die Öffentlichkeit noch zugänglich sei, erfuhr ich erst später von meinem Umfeld zuhause. Nach einem Spaziergang durch das morgendliche, noch ausgestorbene Granada, in dem gerade die Sonne aufging, saßen M. und ich mit einem Kaffee für mich und einer Cola für ihn am Eingang der Alhambra und beobachteten die ersten herumstreifenden Besucher*innen sowie ein paar Katzen, die das Gelände offensichtlich als ihr Zuhause betrachteten. Für mich war es ein wunderschöner Moment, die Sonne langsam aufgehen zu sehen und zu wissen, dass wieder einmal ein spannender Tag auf mich warten würde, für den es sich gelohnt hatte, früh aufzustehen.
Zuerst gingen M. und ich zu den Nazriden Palästen, für die es erforderlich gewesen war, voraus den Besuch zu einer bestimmten Uhrzeit zu buchen, und die sich nach unserem Geschmack als den schönsten Teil des Alhambra-Geländes herausstellten. Es gab so viele kunstvolle Details, dass wir nicht wussten, wohin wir zuerst schauen sollten, und doch war das Ganze keinesfalls kitschig. Auf dem Gelände wurden wir mehrfach kontrolliert und mussten unser Ticket vorzeigen, sodass die Sicherheitsmitarbeiter*innen genau verfolgen konnten, an welchem Punkt der Alhambra wir uns gerade aufhielten. Die Sicherheitsstandards schienen hier ziemlich hoch zu sein.Neben den Nazriden Palästen konnten wir noch durch einige Gärten mit Springbrunnen und Säulen schlendern und zwischendurch durch die Fensterbögen auf die etwas tiefer gelegene Stadt Granada hinabschauen. Nachdem wir das Gelände der Alhambra verließen, konnte ich im Park del Carmen, der direkt daneben, auch auf dem Berg lag, Bekanntschaft mit einem Pfau machen. In diesem Park spazieren Pfauen zwischen Palmen und Springbrunnen herum. Hier war es noch ruhiger als auf dem Gelände der Alhambra, das auch schon wesentlich weniger besucht war, als ich gerechnet hatte. Einer der Pfauen hatte es sich in einer Nische des Parks gemütlich gemacht und hielt dort offensichtlich ein Mittagsschläfchen.


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