Gaudì hatte seine Spuren in Barcelona nicht nur in Form von Bauwerken hinterlassen, sondern auch innerhalb des Parks Güell. Ich frage mich bis heute, ob ich den Namen des Parks richtig ausspreche: Guej oder doch anders? Dieser von Gaudí entworfene Park lag nahe unseres Hotels auf dem Berg, sodass wir noch ein paar Straßen, die hier abwechselnd auf- und abwärts gingen, bewältigen mussten. Dies taten wir in der Morgensonne, da ich innerhalb sozialer Medien mehrfach den Tipp nachgelesen hatte, zwischen sechs und acht Uhr morgens sei der Eintritt frei. Für Morgenmuffel mag das wie ein Alptraum klingen, doch wir freuten uns auf einen wahrscheinlich sehr menschenleeren Park, den wir in der aufgehenden Sonne fast für uns allein hatten, wofür wir das frühe Aufstehen gern in Kauf nahmen.
Manche Parkeingänge waren geschlossen, sodass wir den Park zunächst ein Stück umrunden mussten, bevor wir einen Eingang fanden, in den wir hineingelangen. Ein Parkwächter war bisweilen nicht zu sehen, offenbar war es dazu noch zu früh. Als wir durch den mit Palmen gesäumten und mit Hibiskus bepflanzten Park durchliefen und zwischen Steinsäulen, die wirkten, als würden sie sich in einem Dschungelabenteuer befinden, war ich ziemlich begeistert. Kurz darauf steuerten wir auf die mit Mosaiken verzierte Aussichtsplattform zu, von der aus wir einen Blick auf die Stadt am Fuß des Berges hatten, die gerade ins Licht der Morgensonne gehüllt war. Ich zückte bereits mein Handy, um die Kulisse darauf festzuhalten, doch dazu kam ich leider nicht, weil in dem Moment ein Parkwächter auf uns zugestürmt kam und fragte, ob wir ein Ticket hätten. Das hatten wir natürlich nicht, weil wir den Empfehlungen gefolgt waren, denen zufolge der Eintritt vor acht Uhr frei sei. Die Information stellte sich als veraltet heraus, als uns der Parkwächter zum Ausgang geleitete und uns zum Gehen aufforderte. Wir liefen den Berg daraufhin noch ein weiteres Stück hoch, bis zu den Carmel Bunkers, wo sich mit Graffiti besprayte Mauern befinden und jede Menge leere Flaschen darauf hinweisen, dass junge Leute die Abende mit Blick auf die Stadt im Tal abfeiern. Wir sahen einige Leute, die an dem Morgen dort mit Kopfhörern in Ohren Sport trieben oder sich entspannten.
Da ich M. und ich nur wenig von dem Park Güell gesehen hatten, kamen wir am nächsten Morgen nach acht Uhr wieder und besorgten uns diesmal am Eingang ein Ticket. Nun konnten wir in aller Ruhe durch den Park schlendern und dabei sogar ein paar grüne Papageien beobachten- diese begegneten uns in Europa an erstaunlich vielen Ecken.
Einige Tage später besuchten wir das Labyrinth del Hortas, ein aus Hecken errichteter Irrgarten, in dem wir uns neben einer Schulklasse absichtlich etwas verliefen, und das eher an einen Schlossgarten mit seinen gestutzten Hecken und geraden Linien erinnerte. Insgesamt sagte mir Gaudís Stil fernab der Norm wesentlich mehr zu.



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