Wir liefen lange Zeit eine Straße lang, die aus Granada hinausführte, und hatten dabei immer in weiter Ferne den Blick auf die Bergkulisse vor uns, an der wir uns orientieren konnten. In einem Dorf kurz vor dem Nationalpark freuten wir uns, auf einen Kiosk zu stoßen, in dem wir uns ein wenig frisches Obst und neue Getränke kaufen konnten. Je mehr die Zeit verging, desto wärmer wurde der Tag und wir kamen inzwischen sehr in Schwitzen.
Nach einiger Zeit wies uns ein Schild den Weg zu den Cahorros de Monarchil, die wir kurz darauf erreichten, nachdem wir einige Zeit einen Weg zwischen Bach und Dickicht gelaufen waren. Dort fanden wir die erste rote Hängebrücke, auf die noch weitere folgten. Eine befand sich etwas höher, über einem Wasserfall, der die Felswand hinunterlief. Einige Menschen erfrischten sich in dem Wasser und wir nahmen uns vor, auf dem Rückweg zu dieser Stelle hinunterzugehen.
Ein weiteres Erlebnis sollte direkt danach folgen, als M. und ich zum Wasserfall hinabstiegen, unsere Badesachen anzogen und eine Dusche in dem kalten Wasser nahmen. Wie erwartet war das Wasser eiskalt, doch sehr erfrischend und genau das Richtige, nachdem wir bereits viele Stunden in der Sonne verbracht hatten. Nach der Dusche unter dem Wasserfall und einiger Zeit, die wir auf den Felsen davor saßen und dem Wasserrauschen zugehörten, fühlte ich mich bereit, die Tour fortzusetzen, und M. auch.
Wir spazierten ein wenig durch die umliegende, bergige Landschaft und begaben uns auf den Rückweg nach Granada, wie wir gekommen waren. Die späte Nachmittagshitze war noch heißer als zuvor, sodass wir uns zwischendurch immer wieder mit unseren Getränken stärkten. Irgendwann waren unsere Flaschen alle, weswegen wir beschlossen, bei dem nächstgelegenen Kiosk unseren Flüssigkeitsvorrat wieder aufzufüllen, Der Kiosk, bei dem wir auf dem Hinweg eingekauft hatten, war leider bereits geschlossen.
Und selbst, als wir den langen Fußmarsch nach Granada bewältigt hatten und uns in der Wohngegend vor dem Zentrum befanden, waren an sämtlichen Gebäuden die Rollläden heruntergelassen: Granada befand sich noch immer in der Siesta, während wir beiden Verrückten stundenlang durch die Gegend liefen. Ein wenig dichter am Zentrum fanden wir endlich einen Supermarkt, in dem wir eine große Flasche Wasser kauften, die wir beide zusammen innerhalb kürzester Zeit leerten. Es gibt bei Hitze und nach körperlicher Anstrengung nichts Köstlicheres als kaltes Wasser, das erfrischend und klar die Kehle hinabrinnt. Erschöpft, aber glücklich ließen wir uns in unserem Hotel auf das Bett fallen.Am Abend fiel ich fast nochmal und zwar von einem imaginären Stuhl, nachdem M. mir eröffnete, wie viel wir an diesem Tag gelaufen waren: Circa zweiundzwanzig Kilometer. "Wenn ich das gewusst hätte", sagte M. "Dann wäre ich nicht zu Fuß losgelaufen." Im Nachhinein bin ich froh darüber, da ich den Tag, so wie wir ihn erlebt haben, nur ungern missen möchte.



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