Samstag, 4. September 2021

Granada

Granada, wohin wir auf dieser Reise ziemlich spontan gelangt waren, entpuppte sich für uns als lohnenswerte andalusische Stadt, in der wir uns weitaus wohler fühlten als Sevilla. Das maurische Flair war deutlich spürbar, besonders in den belebteren Gassen des arabischen Viertels Albaícin auf dem Berg. Es wurden in den Restaurants arabische Speisen mit Tabulé-Salaten, Kichererbsen-Eintöpfen und Tee angeboten. Zudem gab es Läden mit bunt gemusterter, luftiger Kleidung, bunte Lampen und aufwendig verzierte Dinge angeboten. Als mich dann auch noch ein Verkäufer ansprach, ob ich mir ein Hennatattoo machen lassen wolle, fühlte ich mich  stark in meinen Urlaub in Marrakech von 2018 erinnert. 

Auch eine Rosmarinfrau, über die ich erfahren hatte, dass sie Tourist*innen Rosmarinzweige gegen eine Spende von einigen Cents anzudrehen und diesen dann im Zuge dessen Geldscheine aus dem Geldbeutel zu ziehen versuchten, kreuzte am ersten Tag vor den Toren des Albaícin unseren Weg. Doch M. und ich gingen rasch weiter. Wir erklommen einen Aussichtspunkt, von dem aus wir die Palastanlage Alhambra sowie die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada im Hintergrund sehen konnten. Granada als buntes, in den Bergen eingebettetes Städtchen, war uns auf Anhieb sehr sympathisch.

Am selben Abend besuchten M. und ich ein arabisches Teehaus, in dem der Tee in prunkvollen silbernen kleinen Teekännchen aufgegossen wurde. Eigentlich wollten wir uns kalten Tee bestellen, auf den wir durch die Kreidetafel vor dem Teehaus aufmerksam geworden waren. Da dieser jedoch nicht verfügbar war, ließen wir uns darauf ein, bei fast vierzig Grad Celsius einen heißen Tee zu bestellen. Und es war nicht so übel, muss ich nun zugeben. Es gefiel uns sogar so gut, dass wir vor unserer Abreise erneut ein Teehaus aufsuchten.

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