Wir waren sehr froh darüber, eine Küche in unserem Apartment zu haben, da die Preise in Split wesentlich höher erwartet hatten. Natürlich waren wir in einem stark frequentierten Stadtteil, doch selbst die Supermärkte ein paar Straßen weiter waren nicht unbedingt günstiger. Das Essen begeisterte uns auch nicht so sehr, vor allem, nachdem wir noch kurz zuvor in Italien leckere Pasta und Focaccia hatten schlemmen können. Die folgenden Tage kochten wir häufiger Nudeln mit Ajvar, einer scharfen Soße aus Tomaten, Aubergine und Paprika.
Doch mit Natur konnte Kroatien definitiv punkten: Ein Ort, der in Kroatien weltweit bekannt ist und auch ein Traumziel von mir darstellte, war der Krka Nationalpark mit Wasserfällen, umgeben von beeindruckender, grüner Natur. Mit einem Reisebus ging es durch die Berge zum Krka Nationalpark. Über Holzstege liefen wir wenig später durch die grüne Natur und ihre Gewässer, wobei wir schillernd blaue Libellen, lauthalsquakende Frösche und große Fische im durchsichtigen Wasser beobachten konnten. Zwischendurch konnten wir immer wieder von unterschiedlichen Aussichtspunkten einen Blick auf die Stufen des Wasserfalls erhaschen. Wie erwartet, war der Park zur Hauptsaison sehr voll, sodass sich viele weitere Menschen die Wege über die Stege mit uns teilten, doch ein Erlebnis war der Tag allemal und es hatte sich meiner Meinung nach gelohnt, die Natur auf diese Weise zu erleben. Der Reisebus brachte uns anschließend noch in das Dorf Sibenik am Meer, wo sich M. Obst vom Markt kaufte und ich eine Runde schwimmen gehen konnte. In Split selbst konnte ich mich besonders für die Aussicht vom Marjan Hill, dem Hausberg der Stadt, begeistern. Der erste Aufstieg zu der Aussichtsplattform war eigentlich nicht weit vom Weg, jedoch in der schwülen Mittagssonne eine kleine Herausforderung. Zudem führte er durch das etwas ursprünglichere Viertel Varos, in dem es im Vergleich zu der Altstadt wesentlich ruhiger zuging und das mehr eine Art Wohngegend darstellte, mit wenig Gastronomie und Geschäften. M. und ich marschierten von der Aussichtsplattform noch ein Stück weiter hinauf, zu einer kleinen Kirche. Bei dieser fand ich später heraus, dass sie eine der ältesten katholischen Kirchen ist, die noch existieren. Bei Sonnenuntergang erklommen wir erneut an einem der Abende die Stufen zur Aussichtsplattform des Marjan Hill und konnten beobachten, wie nach und nach die Lichter im Hafen und in der Stadt angingen, während sich der Himmel hinter den Bergen zunehmend rosa verfärbte.
Ein weiteres Erlebnis zu später Stunde hatten wir mit einem Kajakausflug, den wir von Split aus gebucht hatten. Von Split aus wurden M. und ich zusammen mit anderen Teilnehmer*innen abgeholt und zu einem Campingplatz gebracht, der am Wasser grenzte. Die Besonderheit unserer Kajaks bestand darin, dass sie komplett durchsichtig und mit verschiedenen Farben beleuchtet waren. Während der Fahrt konnten wir manchmal Fische unter uns durchschwimmen sehen, über uns leuchteten die Sterne und das Wasser fühlte sich warm an, wenn ich meine Hand hineintunkte. Ich empfand den Ausflug als wunderschön und musste daran zurückdenken, dass er zuhause, bevor wir wieder aufgebrochen waren, auch Teil von M.'s Vorschlägen gewesen war, unter den Dingen, die in Kroatien möglich waren.
Generell blühte Split gerade abends auf, wo es noch mehr Menschen als tagsüber in die Gastronomie und an den Hafen zog. Beim Diokletian-Palast gab einen Platz mit Säulen, hinter denen eine steinerne Sphinx saß, auf dem abends Livemusik gespielt wurde und auf den Stufen sich jede Menge festlich angezogene Menschen versammelten. Es herrschte Sommerabend-Feeling. M. und ich nahmen uns vor, die Stadt zu einer komplett gegensätzlichen Uhrzeit zu erleben, nämlich frühmorgens. Da war die Stadt noch relativ leer und außer uns waren nur ein paar Menschen unterwegs, die die Stadt aufräumten und die Gehwege säuberten. Das erklärte wohl auch, weshalb die Stadt insgesamt so sauber und ordentlich wirkte.Eine Überraschung erwartete uns in einem kleinen Park abseits des Trubels der Altstadt, in einer Nebenstraße nahe unserer Unterkunft. Genau genommen war es für mich in dem Moment schon die Überraschung, als unser Bus Richtung Krka-Nationalpark durch die Straßen kurvte: Ein paar Pfauen, die offenbar in diesem Park lebten und dort herumstolzierten. Manche davon hüpften auch in die Bäume und präsentierten uns von dort aus ihr schillernd buntes Gefieder. M. und ich freuten uns daran, sie hier zu beobachten.





































