Sonntag, 11. Juni 2023

Ljubljana: Die grüne Hauptstadt Sloweniens

In ein Land, über das ich bisher noch nicht allzu viel wusste, gelangten wir durch unseren Besuch von Slowenien. M. und ich stiegen in der Hauptstadt Ljubljana aus, nachdem wir eine Bahnfahrt in einem überfüllten Zug hinter uns hatten. Während der Zugfahrt hatten wir aus dem Fenster wunderschöne Bergpanoramen erblicken können, allerdings auf unseren Koffer sitzend in dem schmalen Gang des Zuges. Somit war ich froh, dass es von Salzburg nur vier Stunden Fahrt insgesamt hierher waren. 

Unsere Erwartungen an Slowenien waren nicht sehr hoch, doch die Stadt wusste uns zu überraschen. Slowenien ist überaus grünes Land mit einer im Vergleich zu Deutschland sehr geringen Bevölkerungszahl und auch Ljubljana war eine der grünsten Städte, die mir bisher untergekommen waren. M. und ich hatten eine kleine, gemütliche Unterkunft wenige Schritte von der Drachenbrücke mitten in Ljubljana gebucht. Der Drache ist Programm in dieser Stadt: Es gibt kaum ein Souvenir ohne ihn, sogar ein nationales Bier gibt es, auf dessen Dose ein Bild von ihm abgedruckt ist. Aus den ehemaligen Legenden, in denen der Drache als böses Monster dargestellt wird, das es zu bekämpfen gilt, wurde mit der Zeit der Schutzpatron und das Wahrzeichen der slowenischen Hauptstadt. "Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Slowenen so freundlich sind", sagte M. "Vielleicht hat sich der Drache dann gedacht, dass er dann auch so freundlich zu den Menschen hier sein sollte.". Wir erlebten die Menschen hier als wirklich überaus freundlich, ob es die Supermarktkassiererin war oder der Busfahrer, der seinem Job offenbar mit Vergnügen nachging.

M. und ich gingen auf einen Ausflug zum Bleder See und stiegen dafür in einen Bus, der äußerst komfortabel wie ein Reisebus ausgestattet war. Zu meinem Erstaunen waren die Preise für die Bustickets am Wochenende deutlich günstiger als unter der Woche und unterschieden sich ziemlich stark, je nachdem an welchem Busschalter wir nachfragten. Als wir unsere Runde um den See drehten, konnten wir die Insel in der Mitte betrachten, auf der die bekannte Kirche steht, um die sich einige Legenden ranken. Oben auf dem Felsen befindet sich zudem eine Burg- die gesamte Kulisse bietet sich somit durchaus an für Mythen und Legenden. Von einem Aussichtspunkt, zu dem wir durch eine etwa fünfzehnminütige Wanderung gelangten, konnten wir den See und die Insel in der Mitte gut überblicken. 

Zurück in Ljubljana angekommen, gönnten wir uns einen leckeren Smoothie in einem veganen Laden. Da es in Slowenien erstaunlich viele deutsche bzw. österreichische Supermärkte wie Spar und Hofer gibt, auch direkt bei der Drachenbrücke und somit nahe unserer Unterkunft, konnten wir dort auch relativ schnell einige vegan gekennzeichnete Produkte ausfindig machen. In Ljubljana selbst erkundeten wir an einem Tag die so grüne Stadt noch etwas intensiver, darunter auch das knallbunte, autonome Gebiet Metelkova (ähnlich dem Freistaat Christiania in Kopenhagen), und marschierten den steilen, aber kurzen Weg zur Burg hinauf. Als wir dort ankamen, fand dort vor den Burgmauern ein Mittelalterfest statt - an einem Stand nutzte ich die Gelegenheit und probierte das erste Mal nach vielen Jahren wieder Bogenschießen mit einem hölzernen Recurve-Bogen aus. In der Burg selbst gab es einige Räume, die ohne Eintritt besichtigt werden können. Insgesamt waren die Burg mit dem Innenhof sowie das Gelände außenherum auf dem Berg gut gepflegt. Nicht weniger sehen lassen konnte sich die Innenstadt mit den zahlreichen, malerischen Brücken über den Fluss und den pittoresken Gebäuden. Insgesamt haben M. und ich Ljubljana als sehr saubere Stadt erlebt. 

Einen weiteren Tag nutzen wir, um zu der Postojna-Höhle zu fahren, die zu den beliebtesten Zielen innerhalb Sloweniens gehört. Auch hierfür nutzen wir einen öffentlichen Bus, der ähnlich wie der zum Bleder See wie ein Reisebus ausgestattet war. Unter der Woche kostete er allerdings das Dreifache von dem Ticket, das wir für die Fahrt nach Bled gekauft hatten. Vor der Höhle wurden wir von unserem Guide begrüßt und stiegen dann in eine Bergbahn, die mich ein wenig an ein Fahrgeschäft auf einem Jahrmarkt erinnerte. Die Postojna-Höhle ist die zweitgrößte Tropfsteinhöhle der Welt, daher fuhren wir erst einmal zehn Minuten in das Höhlensystem hinein. Von dort aus ging es dann zu Fuß weiter, zusammen mit einer großen Gruppe an Menschen, die mit uns zusammen die verschiedenen, angeleuchteten Gesteinsformationen betrachtete. Es gab ein feuchtes Klima in der Höhle, wie es für Tropfsteinhöhlen üblich ist, und so schön ich die riesigen Hallen empfand, merkte ich doch nach einer Weile, wie schnell ich das Sonnenlicht vermisste. Am Ende der Tour ging es mit dem gleichen Bummelzug wieder genau dorthin zurück.

Die Tage danach genossen M. und ich noch weiterhin die entspannte Atmosphäre und das Grün Ljubljanas. Wenn es zu regnen anfing, zogen wir uns in unsere Unterkunft, die ich als unsere "Drachenhöhle" betitelt hatte, zurück. Ljubljana hatte uns beide positiv überrascht und als charmante kleine Stadt, die viele Geschichten zu erzählen hat, vollends überzeugt.

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