Sonntag, 4. Juni 2023

Bologna: Letzte Etappe in La Rossa

Die rote Stadt im Norden war unser letztes Ziel auf dieser Reise: Bologna. Um sieben Uhr morgens war die Stadt noch ziemlich ruhig und die Luft frisch. Von der Temperatur her war es im späten März deutlich kühler an als in Palermo und ein bisschen fühlte es sich für mich inzwischen auch schon nach Heimkehr. 

Da M. und ich den Großteil des Tages zu überbrücken hatten, bevor wir in die Unterkunft einchecken konnten, gaben wir unser Gepäck bei der Gepäckaufbewahrung am Hauptbahnhof ab. So spazierten wir am frühen Morgen durch "la Rossa". Den Beinamen "Die Rote", hat Bologna absolut verdient, da in der Altstadt die roten Gebäude und Rundbögen das Stadtbild prägen. Eine Gasse, die als "Klein-Venedig" bezeichnet wird, konnten wir auch finden. Durch eine kleine Luke in einer Gasse konnten wir auf den Kanal blicken. Dass es ein paar Stunden später an der gleichen Stelle von Menschen wimmeln würde, die einen neugierigen Blick durch die Luke wagten, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Pasta Bolognese stammt von hier, während jedoch Spaghetti Bolognese eine Erfindung außerhalb Italiens sind (!) und nicht etwa aus Bologna, wie ich lernte. Es gab zudem an jeder Ecke Piadine zu kaufen, zusammengefaltete Teigfladen mit unterschiedlicher Füllung. Zwar konnten wir nicht so viel traditionelles Essen mit pflanzlichem Originalrezept finden, doch da Bologna eine relativ junge Stadt mit einer großen Studierenden-Szene ist, war die Auswahl an veganem Essen trotzdem groß. Im Laufe des Tages schien die Sonne immer wärmer und die Straßen wurden von dem Stimmengewirr junger Menschen erfüllt. Auf dem Hauptplatz versammelten sich sogar einige Student*innen mit Blätterkränzen auf dem Kopf. Später fand ich heraus, dass der Kopfschmuck traditionellerweise zum Abschluss des Studiums aufgesetzt wurde. Offenbar fanden an diesem Tag einige Absolvent*innen-Feiern statt, die Uni war schließlich auch nicht weit vom Stadtzentrum. M. und ich holten uns vegane Brioches, das mit dem Cornetto (Croissant) in anderen Regionen Italiens gleichzusetzen ist, und Cappuccino mit Hafermilch in einem kleinen Café. Hier gefiel es uns so gut, dass wir beschlossen, zwei Tage später noch einmal dort frühstücken zu gehen.

Unsere Unterkunft entpuppte sich abends leider als eine ziemliche Enttäuschung, so verwahrlost und heruntergekommen, wie wir sie vorfanden. Wir beschlossen daraufhin, möglichst viel Zeit außerhalb davon zu verbringen und die letzten Tage in Italien soweit auszukosten, wie es uns möglich war. 
Wir zogen abends durch die Rundbögen der roten Stadt, aßen Piadine, Pizza sowie Panini, und bewunderten die beleuchteten Straßen. 
Manche der langgezogenen Straßen waren mit Leuchtschrift geschmückt, deren Zeilen unter anderem eine Liebeserklärung an Bologna durch einen italienischen Dichter darstellten und Zitaten von John Lennon. 

Kurz vor unserer Abreise kaufte sich M. noch eine Modell-Ape als Andenken, das er zurück in Deutschland auf sein Nachtschränkchen stellen wollte. Am folgenden Morgen stiegen wir am Hauptbahnhof in den Zug, der uns zurück nach Deutschland bringen würde. Eine zweimonatige Reise lag nun hinter uns, auf der wir unglaublich viel gesehen und erlebt hatten.

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