Freitag, 9. Juni 2023

Auf geht's nach Salzburg

Sechs Wochen waren M. und ich in unserer Wohnung in Deutschland gewesen, ehe wir wieder aufbrachen. Aufgrund eines Streiks der Deutschen Bahn fuhren wir sogar noch zwei Tage eher als geplant los, um den Komplikationen des Streiks zu entgehen. Diesmal ging es mit dem Packen noch schneller als sonst, da wir noch von der letzten Reise wussten, woran wir denken mussten und ohnehin fast alles bereit hatten, was wir unterwegs brauchen würden. 

Nach einigen Stunden im Zug nach Salzburg, in denen ich allmählich zu realisieren begann, dass wir nun wieder unterwegs waren, begrüßte uns die österreichische Stadt mit leichtem Regen. Ich hatte als Jugendliche schon einmal einen Tagesausflug nach Salzburg gemacht, doch konnte mich kaum an den Tag in der Stadt erinnern, weshalb nun Wiederholungsbedarf bestand.

Es war Ende Mai und noch leicht frisch, auch die Berge versteckten sich zwischenzeitlich unter einen Decke aus Dunst. Dadurch wirkte die Kulisse geradezu mystisch. M. und ich spazierten die Salzach entlang und überquerten eine über und über mit Liebesschlössern behängte Brücke, während an allen Seiten das Grün der Natur emporschoss. Am ersten Tag wanderten wir einen Rundweg durch Salzburg entlang, bei dem wir an verschiedenen Aussichtspunkten auf Stadt und Natur vorbeikamen, unter anderem an der märchenhaften Hohensalzburg und einer Stupa, einem buddhistischen Monument, auf einer Wiese. Von dem leichten Regen zwischendurch ließen wir uns nicht abhalten. Ich empfand sogar die Farben der Natur als intensiver und frischer, da die Sonne nicht blendete und das Wandern auch alles andere als anstrengend war. Auch der in Salzburg beliebte Mirabellengarten, an dem der Rundweg endete, blühte in voller Pracht. Besonders die mit Blauregen bewachsenen Fassaden gefielen mir.

Als an einem Tag sehr stark regnete und wir die Unterkunft wechselten, taten wir etwas, das wir auf unseren Reisen normalerweise nicht so oft tun: Wir überbrückten die Zeit im Europark, einem Einkaufszentrum in Salzburg. Zum Einen konnte M. sich noch ein neues Hemd kaufen, das er benötigte, und wir konnten unseren Hunger bei einer Bowl in einem vegan-vegetarischen Bowlladen stillen. Bowls konnten wir in Salzburg des Öfteren ausfindig machen. Wie wir schon von unserem Besuch in Innsbruck wussten, sind die Lebenshaltungskosten in Österreich sehr hoch, höher als in Deutschland. Doch die vegane Auswahl in den Supermärkten ist sehr vielfältig. In dem Laden nahe Mozarts Geburtshaus, der Mozartkugeln in allen möglichen Varianten verkauft, konnten wir vegane Mozartkugeln kaufen. Auch süße Knödel, die in der Region sehr beliebt sind, fanden wir in einem kreativ gestalteten Laden, in der österreichisches Essen auf pastellfarbene Einrichtung mit Strandfeeling traf. 

Trotz des Regens fuhren wir an einem der Tage mit der Bahn ein kleines Stück aus Salzburg heraus, um den Golinger Wasserfall zu besuchen. Von der Bahnstation aus konnten wir durch ein Dorf mit Wiesen, kleinen, pittoresken Kirchen und einem Gebirgsfluss wandern, um zum Wasserfall zu gelangen.

In dem Kassenhäuschen, in dem wir uns Eintrittskarten für den Nationalpark holten, war kaum jemand außer uns, was wohl dem regnerischen Wetter geschuldet war. Als wir vor dem Wasserfall standen, war ich begeistert von der rauschenden Energie, die vor uns den Berghang hinunterprasselte. Auch für M. war dieser Ausflug ein wirkliches Highlight. Wir waren quasi von Wasser umgeben, durch den Regen und zusätzlich durch den Sprühnebel des Wasserfalls. Dass wir etwas nass wurden, spielte jedoch keine Rolle, denn wir erfreuten uns daran, hier zu sein, das Tosen des Wassers in den Ohren. Dieser Wasserfall sollte der Auftakt zahlreicher Wasserfälle werden, die wir auf unserer Reise sehen würden. 

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