Nach einigen Stunden im Zug nach Salzburg, in denen ich allmählich zu realisieren begann, dass wir nun wieder unterwegs waren, begrüßte uns die österreichische Stadt mit leichtem Regen. Ich hatte als Jugendliche schon einmal einen Tagesausflug nach Salzburg gemacht, doch konnte mich kaum an den Tag in der Stadt erinnern, weshalb nun Wiederholungsbedarf bestand.
Es war Ende Mai und noch leicht frisch, auch die Berge versteckten sich zwischenzeitlich unter einen Decke aus Dunst. Dadurch wirkte die Kulisse geradezu mystisch. M. und ich spazierten die Salzach entlang und überquerten eine über und über mit Liebesschlössern behängte Brücke, während an allen Seiten das Grün der Natur emporschoss. Am ersten Tag wanderten wir einen Rundweg durch Salzburg entlang, bei dem wir an verschiedenen Aussichtspunkten auf Stadt und Natur vorbeikamen, unter anderem an der märchenhaften Hohensalzburg und einer Stupa, einem buddhistischen Monument, auf einer Wiese. Von dem leichten Regen zwischendurch ließen wir uns nicht abhalten. Ich empfand sogar die Farben der Natur als intensiver und frischer, da die Sonne nicht blendete und das Wandern auch alles andere als anstrengend war. Auch der in Salzburg beliebte Mirabellengarten, an dem der Rundweg endete, blühte in voller Pracht. Besonders die mit Blauregen bewachsenen Fassaden gefielen mir.
Trotz des Regens fuhren wir an einem der Tage mit der Bahn ein kleines Stück aus Salzburg heraus, um den Golinger Wasserfall zu besuchen. Von der Bahnstation aus konnten wir durch ein Dorf mit Wiesen, kleinen, pittoresken Kirchen und einem Gebirgsfluss wandern, um zum Wasserfall zu gelangen.
In dem Kassenhäuschen, in dem wir uns Eintrittskarten für den Nationalpark holten, war kaum jemand außer uns, was wohl dem regnerischen Wetter geschuldet war. Als wir vor dem Wasserfall standen, war ich begeistert von der rauschenden Energie, die vor uns den Berghang hinunterprasselte. Auch für M. war dieser Ausflug ein wirkliches Highlight. Wir waren quasi von Wasser umgeben, durch den Regen und zusätzlich durch den Sprühnebel des Wasserfalls. Dass wir etwas nass wurden, spielte jedoch keine Rolle, denn wir erfreuten uns daran, hier zu sein, das Tosen des Wassers in den Ohren. Dieser Wasserfall sollte der Auftakt zahlreicher Wasserfälle werden, die wir auf unserer Reise sehen würden.



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