Als wir in die Stadt hineinfuhren, konnten wir schon vom Bus aus erkennen, dass die Straßen mit jede Menge italienischer Flaggen geschmückt waren, die offenbar noch von einem Fest stammten, das hier stattgefunden hatte.
In unserer Unterkunft gab es eine Küche, sodass M. seiner Kochleidenschaft wieder nachgehen konnte. Die folgenden Tage kamen jede Menge Pasta und Polenta, gekochter Maisgrieß, auf den Tisch. Polenta ist typisch für die Region Frauli-Venetien, in der wir uns befanden, und schmeckt besser, als es vielleicht im ersten Moment klingt. Ebenso erfreute ich mich an der Kaffeemaschine, die extrem leckeren, schaumigen Kaffee zubereitete.
Als wir Udine an einem Samstag erkundeten, war eine Menge im Stadtzentrum los: Es wurden parallel mehrere Hochzeiten, ein Kinderfest und eine Jobmesse abgehalten. Wir stießen unter anderem auf der anderen Seite der Burg auf einen Flohmarkt, auf dem ich allerdings noch nicht fündig wurde. Auf dem Castello, der Burg, die an Udines Innenstadt angrenzt, stießen wir auf schöne Rundbögen-Architektur und schöne Aussichten auf die Stadt.
Der leicht abgeblätterte Charme und die terrakottafarbenen sowie weißen Gebäude, die ich mit Italien stark verbinde, waren hier in großer Zahl zu finden. Mir gefiel der kleine Kanal, der ein Stück durch die Nebenstraßen der Innenstadt führte. Am belebtesten wirkte die Stadt abends bei Dunkelheit, wenn die Luft etwas abgekühlt war und es die Menschen in die Gastronomie zog. In den Gassen wurde geschlemmt, getrunken und geplaudert; selbst unter der Woche wirkte die Atmosphäre ziemlich feierlich.
Einen weiteren Tagesausflug von Udine aus planten M. und ich in den nahegelegenen Ort Cividale, dessen Attraktion eine alte, pittoreske Brücke ist, die über den Fluss führte. Als wir dort ankamen, fand dort, wie am Vortag in Udine, ein großer Flohmarkt statt - mir kam dies wie gerufen, weil ich noch dringend ein Sommerkleid suchte. Tatsächlich wurde ich fündig und war überaus glücklich, im Besitz eines neuen Lieblingsteils zu sein, das mich ab jetzt auf der weiteren Reise begleiten würde. Die Brücke versprühte märchenhaftes Feeling und der Ort wirkte an sich ziemlich versteckt und wie eine kleine Welt für sich. Die Brücke sahen M. und ich uns noch vom Wasser aus an, wofür wir ein Stück Weg zum Ufer hinab liefen. Da es ein warmer Tag war und ich daher einen kurzen Jumpsuit trug, zog ich kurzerhand meine Sandalen aus und watete bis zu den Knien ins Wasser. So konnte ich hinter der Böschung die Brücke genauer erspähen.
Ansonsten hatten wir Cividale nach zwei Stunden ausreichend erkundet und kehrten mit der Trenitalia nach Udine zurück.



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