A. und ich nutzen einen weiteren Tag in Cape Coast, während H. sich noch immer in Accra befand, um in das benachbarte Städchen El Mina zu fahren. In H.'s Reiseführer, den sie in X.'s Wohnung gelassen hatte, konnte ich lesen, dass der Ort sich neben der Sklavenburg, dem so genannten "Castle" von El Mina, durch die vielen Fischerboote auszeichnete
Das Taxi fuhr uns direkt am Meer entlang dorthin und wir konnten schon aus der Ferne das geschäftige Treiben am Hafen erkennen. Von einer der Brücken aus hatten wir einen guten Blick auf die ganzen bunten Holzboote und die Menschen, die sich am Ufer an den Verkaufsständen tummelten.
Die Sklavenburg stand auf einem Hügel, ein Zeugnis aus grauer Vorzeit, in der Menschen auf ihre Hautfarbe reduziert und auf schlimmste Weise misshandelt wurden. Meine Lieben zuhause fragten mich, ob die Ghanaer nicht etwas Negatives mit dem Castle verbinden müssten. Vor Ort kam es mir jedenfalls nicht so vor. Ich hatte eher den Eindruck, dass die Einheimischen es als Kulturerbe wahrnehmen, als historisch wertvolles Denkmal. Für sie gehört es zu El Mina dazu.
Vor dem Castle sprachen mich und A. auch wieder einige Einheimische vor und fragten uns neugierig, wer wir seien. So war es bisher immer gewesen in Ghana, die Menschen waren sehr herzlich und sehr interessiert, egal, wo wir hinkamen.
Mittags verbrachte ich ein wenig Zeit am Steinstrand in der Sonne und schrieb mein Tagebuch (Es enthielt Notizen, die ich nun in meinen Reiseblog mit einbauen kann). Einer der Männer, die wir vor dem Castle getroffen hatten und der sich mir als Kofi (das bedeutet Freitag) vorgestellt hatte, gesellte sich zu mir. Er schenkte mir eine Muschel, auf der stand: "To my German Sis. Fabienne from Kofi. Have a nice day at Elmina Castle". Auf der Innenseite der Muschel war seine Mailadresse zu finden. Über diese kreative Idee musste ich ziemlich schmunzeln.


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