Samstag, 10. März 2018

Tanzen im Dorf

Von der Schule bei Bechem, wo wir drei hinfuhren, diesmal im VIP-Bus, hatte H. mir und A. schon viel erzählt. Nachdem sie vor zwei Jahren ein halbes Volunteer-Jahr absolviert hatte, befanden sich ihre Schwester N. und deren beste Freundin T. dort. Nach einer sehr langen Fahrt im Bus, nach der ich wünschte, ich müsste ein paar Stunden zur Abwechslung nicht sitzen, kamen wir in der Dämmerung an der Schule an. Schon auf dem hügeligen Weg, den unser Taxi rumpelnd auf dem letzten Stück Strecke überquerte, sahen wir N. und T. entlang spazieren. Die Wiedersehensfreude mit H. war groß.
Im Nebenraum der Schule wurden wir mit üppigen Essen empfangen, dass für uns fünf tatsächlich die nächsten drei Mahlzeiten reichte. Zum ersten Mal hatte ich die Gelegenheit, Red Red zu essen, frittierte Kochbananen mit Bohnensoße.
Und ich freute mich, dass es hier eine Dusche mit richtigem Duschkopf gab anstelle von Eimern mit Wasser, die man sich über den Kopf gießen musste.
Am gleichen Abend fanden N. und T. in der Dusche noch einen Skorpion, den sie schleunigst zur Strecke brachten. Danach hatte ich Gelegenheit, endlich ausgiebig zu duschen.

Doch vorher kamen noch die Nachbarskinder vorbei, ins Nebenzimmer unserer Unterkunft, wo laute Musik abgespielt wurde, mit der man uns offenbar willkommen hieß.
Die Kinder fingen an, zu tanzen, und forderten uns auf, es ihnen gleich zu tun. Zugleich wollten sie unentwegt auf unseren Arm, unsere Haare und unsere (bisher noch ziemlich blassen) Arme anfassen (ganz besonders mein Sonnen-Tattoo auf dem Oberarm). Tanzen konnten sie wirklich mit einer Dynamik und Rhytmik, von der ich mich schnell anstecken ließ. Ich liebe es, zu tanzen. Mit diesen Kindern, die offensichtlich mit so viel Spaß bei der Sache waren, egal, wie klein sie noch waren, war es noch ein ganz anderes Erlebnis. Es war unglaublich heiß und der Tag war lang gewesen, aber nach dem langen Sitzen im Bus wollte ich nichts mehr, als mich zu bewegen und zu tanzen. Die Lebensfreude der Kinder und der anderen, die mit uns tanzten, übertrug sich auf mich.
An dem Abend hatte ich das Gefühl, wirklich in Ghana angekommen zu sein. 

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