Samstag, 10. März 2018

Wellenreiten


"Wenn wir nach Busua fahren", sagte ich, noch vor der Reise, zu A. und H. "Dann steht Surfen auf meiner To-Do-Liste!". Bereits in dem Video, das H. uns geschickt hatte, hatte ich gesehen, dass Wellenreiten dort offenbar eine beliebte Sportart war. "Klar", sagte H. "Ich kenn den Surflehrer, an den können wir uns wenden." H. kennt eine Menge Leute in diesem Land, was uns nicht selten auf der Reise sehr geholfen hat. Die Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

 A. sowie T. und N. waren auch mit dabei und teilten die gleiche Begeisterung dafür wie ich. Bisher hatte ich auf Sylt bei stürmischer See das Wellenreiten einmal als Jugendliche probiert, doch hatte es zu dem Zeitpunkt nie geschafft, aufzustehen. Das änderte sich nun in Ghana. Kofi, der Surflehrer, verordnete uns zuerst ein paar Trockenübungen auf dem Brett an Land und kurz darauf ging es ab in die Wellen. In Busua gibt es wunderschöne Wellen, die weiter draußen Tubes bilden, die erfahrene Surfer so lieben, und schäumend an den Strand rollen. Wieder und wieder fielen wir vom Brett und wurden von der Gischt fortgerissen. Doch irgendwann gelang es uns nach und nach, aufzustehen. Ich finde, wenn man das einmal geschafft und erlebt hat, stellt sich ein richtiger Flow ein. Danach gefiel mir das Surfen mehr denn je und ich wollte es erst recht schaffen, die Balance zu halten.

A. und ich haben festgestellt, dass wir erst nach dem Surfen merken, wie anstrengend es war. Während ich mich im Wasser befand, und immer wieder bäuchlings auf dem Surfbrett in die Wellen paddelte, dachte ich weder daran, wie spät es war noch daran, was ich gestern gemacht hatte oder woran ich später vielleicht noch denken musste. Die Zeit spielte keine Rolle mehr. Es gab einfach nur mich und den Ozean.
Wenn ich es schaffte, auf der Welle mitzugleiten, mich auf dem Brett hochzuziehen, zur Seite zu drehen und aufzustehen, um mit der Kraft des Wassers in Richtung Strand zu preschen, merkte ich, was für einen Spaß das Surfen brachte. Ein Highlight auf der Reise war es allemal. Am Tag vor der Abreise gingen wir vier ein letztes Mal mit den Brettern aufs Meer hinaus. Der Anblick wenig später, wie die Sonne hinter den Palmen am Strand versank und alles, auch uns Surferinnen, in ein goldenes Licht tauchte, war wunderschön.

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