Freitag, 9. März 2018

Von Trotros und VIP-Bussen




Während der Zeit in Ghana tourten wir drei viel mit dem Bus durchs Land. Meistens nahmen wir Trotros, die ähnlich wie VW-Busse gebaut sind, und die, wenn man ein Signal gibt, am Straßenrand halten und einen mitnehmen, falls es die gewünschte Richtung ist. Darin saß immer jemand, der die Schiebetür bediente und das Geld von den Fahrgästen einsammelte. Wenn man Trotro fährt, sollte man nicht zu schnell genervt sein von der lauten Musik bzw. den Musikvideos, die durchgehend abgespielt werden, bzw. von den anderen Fahrgästen, die sich an einem vorbeiquetschen oder bei der Fahrt neben einem einschlafen. Nach meinem ersten Tag in Accra, an dem wir mit mehren Trotros sehr lange im Stau standen, war ich tatsächlich genervt von den rumpelnden Gefährten, sodass ich erstmal froh war, dass wir tags darauf auf dem langen Weg nach Bechem einen VIP-Bus nahmen. Die VIP-Busse in Ghana sind mit den Reisebussen in Deutschland vergleichbar und etwas teurer als die Trotros. Aus diesem filmte ich das obige Video.
Später gewöhnte ich mich allerdings auch an die Trotros, sodass es mir nichts mehr ausmachte, damit Langstrecken zu fahren, meinen Backpackerrucksack unter den Sitzen. Übrigens: In Ghana gibt es keine Fahrpläne. Der Bus bzw. das Trotro fährt los, wenn er voll ist. Und wenn das drei Stunden dauert. Das mag unvorstellbar sein, wenn ich sehe, dass manche Fahrgäste in Deutschland sich schon aufregen, wenn die U-Bahn drei Minuten zu spät kommt. Nicht so in Ghana, da gelten andere Regeln. Deshalb dürfte es auch nicht wundern, dass A. und ich vor unserem Abflug überpünktlich am Abreisetag zum Flughafen aufgebrochen sind. So überpünktlich, dass wir sechs Stunden zu früh dran waren. Jedenfalls, trotz aller Turbulenzen, die man mit den Gefährten in Ghana erlebt, sind wir immer zum Ziel gekommen, wo wir hinwollten, auch wenn es manchmal ein bisschen gedauert hat.

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