Von zuhause hatte ich zahlreiche Nachrichten erhalten, dass während meiner Abwesenheit tiefer Schnee lag und Minusgrade herrschten, während ich bei über dreißig Grad in der Sonne lag.
Nun sollten wir vom Sommer in den Winter zurückfliegen, doch ich freute mich unglaublich. Auf meine WG, in der ich ein richtges Bett mit Matratze besitze, ein Badezimmer mit Dusche zum Abschließen und fließendes Wasser, um sich jederzeit die Hände waschen zu können.
Spätestens, nachdem ich in Ghana war, kann ich sagen, dass das Leben in Deutschland Luxus ist. Ich bin so aufgewachsen, dass ich immer genug zu essen hatte, dass ich einen Kleiderschrank voller Klamotten habe, vor dem ich jeden Morgen erneut entscheiden kann, was ich anziehen möchte, und dass ich eine Schulbildung erhalten habe, dank der ich eine Vielzahl an Möglichkeiten habe, wie ich mein Leben leben kann.
In Deutschland erscheint das selbstverständlich, weltweit gesehen ist es jedoch die Seltenheit. Obwohl viele Menschen in Ghana so wenig haben, sind sie unglaublich großzügig im Geben. Das habe ich auch bemerkt, als ich an all den verschiedenen Orten auf der Reise als Gast aufgenommen und reich bewirtet wurde. Die Freunde und Bekannte von H. kannten mich kaum und doch haben sie mir einen Schlafplatz geboten und mich herzlich willkommen geheißen. Für H. ist das auch ein Aspekt, den sie an diesem Land so sehr liebt.Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dieses Land mit seiner Kultur kennen lernen durfte, auch von einer authentischen Seite statt ausschließlich der touristischen, dank der vielen Kontakte vor Ort. Ebenso danke ich A. und H. dafür, dass sie mit mir dieses Abenteuer angetreten haben. Wir haben uns die drei Wochen lang sehr gut verstanden, obwohl manche Situationen durchaus stressig waren und Streitpotenzial geboten hätten.
Wie in diesem Blog wohl mehr als einmal deutlich geworden ist, liebe ich es, andere Orte kennen zu lernen, und dann voller Erinnerungen nachhause zurückzukehren, mit dem Gefühl, wieder anzukommen und von seinen Lieben empfangen zu werden.
Als ich in die WG zurückkam, stand auf meinem Schminktisch (den ich von nun auch wieder nutzen kann), ein wunderschöner Strauß pinker Tulpen. Da wusste ich, ich bin wieder zuhause.
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