Tropfsteinhöhlen wie die von St.Beatus hatte ich ein paar Mal schon von innen gesehen, diese hier lohnten sich jedoch schon von dem Gelände außen vor. Hier fanden wir die ersten kleinen Wasserfälle vor, denen wir während dieses Trips begegnen sollten und über die an vielen Stellen hölzerne Brücken führten. Da die Sonne an diesem Tag warm schien, entschieden wir uns, lieber draußen zu bleiben und die Gegend rund um die St.Beatus-Höhlen zu erkunden. Als wir ein Stück bergab gingen, kamen wir zum Thuner See und fanden ein Platz direkt am Wasser, an dem wir ganz für uns waren. Das Wasser war kristallklar, da es wohl direkt von den Berggletschern hierher floss, und müsste somit trinkbar sein, dachte ich. Also kostete ich einen Schluck und fand es wirklich nicht übel. Während sich F. in die Sonne setzte, zog ich mir die Schuhe aus und tunkte meine Füße ins Wasser. Trotz des warmen Wetters war es eiskalt- etwas, das Wasser von den Berggletschern ebenso mit sich brachte. Zum Schwimmen wäre es mir zu kalt gewesen, doch für die Füße war es bei dem warmen Wetter erfrischend.
Auf dem Rückweg ins Zentrum von Interlaken passierten wir ein paar Tunnel, als wir die Straße entlangliefen. Diese führten durch den Berg durch und erinnerten mich auf eine seltsame Weise an eine übergroße Modelleisenbahn-Welt. Insgesamt machte die Schweiz auf mich einen sehr entspannten Eindruck. Etwas trubeliger ging es auf der Harder Kulm zu, dem Hausberg Interlakens. Genau genommen ist die Harder Kulm kein Berg, sondern ein Aussichtspunkt in 1321 Meter Höhe in den Emmentaler Alpen. Dort stand die Figur einer lebensgroßen, gefleckten Kuh, die genau wie wir und die anderen Besucher*innen des stark überfüllten Aussichtspunktes auf die Berglandschaft vor uns blickte. Die Bergbahn hatte uns in kurzer Zeit hinauf gebracht. Bergbahnen gibt es in den Alpen viele und sind eine Möglichkeit, innerhalb einer Glaskabine den Berghang schräg auf Schienen hinauf- und wieder hinunterzufahren. Sie sind äußerst praktisch, wenn man ohne lange Wandertouren den Berg erklimmen möchte, lassen sich aber auch einiges kosten, ganz besonders in der Schweiz, die nicht als günstiges Ferienziel bekannt ist- wie F. und ich bei unserer Recherche feststellen konnten, kann ein Tagesausflug zu einem schneebedeckten Gipfel per Bergbahn schnell rund 100 Euro kosten. Wir hatten jedoch noch Vieles andere zu entdecken während unserer Tage in Interlaken.
F. und ich konnten vom Aussichtspunkt das kräftige Blau des Brienzer und des Thuner Sees ausmachen sowie die grünen Gebirgsformationen ringsum. Einen Versuch, durch den Wald oberhalb des Aussichtspunkts zu wandern, starteten wir auch, doch beließen es bei einem längeren Spaziergang wegen vieler knorriger Wurzeln auf der Erde, die das Laufen zu einer größeren Herausforderung machten. Mit der Bergbahn ging es am frühen Abend zurück ins Tal, wo wir auf dem Heimweg noch einige Gleitschirmflieger*innen auf der Höhenmatte landen sehen konnten.


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