Wer unsere Reisen genauer verfolgt, wird mitbekommen, dass M. und ich an Tagen, wo längere Wege gewandert werden, möglichst früh aufstehen. Zum Einen haben wir dadurch insgesamt mehr vom Tag, an dem wir viel sehen möchten, und zum Anderen sind wir dann vor der drückenden Mittagshitze unterwegs. So kam es, dass wir an einem Morgen noch im Dunkeln aus unserem Hotel aufbrachen, um beim nahegelegenen Fernbahnhof nach Cinque Terre zu fahren. Das Praktische an dem Bahnhof in Genua war es, dass wir für kleines Geld (ca. drei Euro für eine halbe Stunde Fahrt in einen Nachbarort) die Orte entlang der ligurischen Küste besuchen konnten.
Die Cinque Terre gilt als einer schönsten Orte Italiens und besticht durch fünf bunte Bergdörfer, die in den Felsen ans Wasser gebaut sind. Unser Fernzug hielt im ersten Dorf Monterosso. Dort kauften wir eine Karte, in der die Wanderung der Nationalparks der Cinque Terre sowohl beliebig viele Bahnfahrten durch die fünf Dörfer mit inbegriffen waren.
M. und ich hatten uns entschieden, den Hinweg zu wandern. Schilder wiesen uns daraufhin, dass die Wanderung nur für körperlich fitte Menschen geeignet sei und das Tragen von Flipflops währenddessen unter Strafe stehe. Zwar hatten wir keine professionellen Wanderschuhe dabei, jedoch festes Schuhwerk. Der Wanderweg klang herausfordernd und wir nahmen die Herausforderung an. Zuvor verweilten wir jedoch noch einen Moment in Monterosso. Monterosso hat einen wunderschönen Strand mit Felsen, die aus dem Wasser ragen. Da wir bei Sonnenaufgang dort ankamen, ging ich mit M. an den noch einsamen Strand. In ein paar Stunden, so vermutete ich es, würde er von vielen Leuten belagert sein.

Von Monterosso aus wanderten wir durch die Berge nach Vernazza. Wir durchquerten Weinanbauflächen, Olivenhaine und Wälder. Zwischendurch blitzte immer mal wieder das Meer weit unten hervor. Es gab sogar auf einem einsamen Weg einen Straßenmusiker, der zu spielen anfing, als wir in Sichtweite waren.
Nach einer intensiven Wanderung, bei der ich noch ein wenig Kopfschmerzen nach der gestrigen Delfintour unter der Sonne spürte und mich jedoch die Natur ringsum davon ablenkte, kamen die bunten Häuser von Vernazza in Sichtweite. Vernazza ist mir und M. als eines der schönsten Bergdörfer der Cinque Terre in Erinnerung geblieben. Auf dem Wanderweg dorthin fanden wir einen Aussichtspunkt, von dem wir auf die Bucht von Vernazza hinabblicken konnte. Hier nutzte ich die Gelegenheit und schoss unzählige Fotos von den pittoresken Häuschen, eingebettet zwischen Berg und Wasser.
Vor Ort stärkten wir uns mit etwas Obst, das wir in einem kleinen Obst- und Gemüseladen in den Gassen kauften- die Pfirsiche aus Ligurien sind einfach unbeschreiblich süß und saftig- und liefen den Steg zu dem kleinen Hafen der Bucht lang. Einige Menschen tummelten sich hier bereits, um zu baden, oder saßen einfach in der Sonne.
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