Kurz bevor ich mit F. in die Schweiz aufbrach und mich auf die Jagd nach Wasserfällen in den Bergen begab, bahnte sich bereits das nächste Abenteuer an: Als ich mit meiner Freundin L., mit der ich drei Jahre zuvor durch New York spaziert war und den Osten der USA bereist hatte, entschlossen wir uns dazu, unsere freie Zeit im Sommer zu nutzen, um erneut gemeinsam zu reisen. Da ich ohnehin vorhatte, meine Bekannte C. zu besuchen, die in Australien lebt und diesen Sommer als Hundesitterin sowie Luftartistik-Performerin (eine Kombination, die viele durchaus als beneidenswert betrachten mögen) durch Europa tourte, entwickelte sich der Plan, nach Schottland zu reisen.
Zuerst überlegten wir, mit einem Mietwagen einen Roadtrip von Edinburgh aus zu starten. Zwar habe ich keinen Führerschein, doch L. fand die Idee durchaus gut. Somit konnten wir durch die Highlands Richtung Norden zum Loch Ness fahren und die Isle of Skye besuchen, die für ihre einzigartigen Naturlandschaften bekannt ist. Leider stellte sich die Recherche nach Mietwägen als komplizierter heraus, als wir zuerst dachten. "Boah, umgerechnet tausend Euro Kaution kommen noch drauf, wenn wir den Wagen mieten", stellte L. fest, als wir an einem Juninachmittag auf ihrer Terrasse über unseren aufgeklappten Laptops brüteten und anfingen, unsere Reisepläne in die Tat umzusetzen.
Nachdem wir alles andere gebucht und ein paar Nächte darüber geschlafen hatten, entschieden wir uns für eine geführte Tour, die uns zu den von uns angestrebten Plätzen in den Highlands bringen sollte. Einige Wochen später packte ich L.'s Zelt, das mit seinem geringen Gewicht und der geringen Fläche kaum vermuten ließ, dass zwei Personen hineinpassten, in meinen Backpacker-Rucksack, der mich seit vielen Jahren begleitet, und dazu einen warmen Pulli da ich mich auf das durchwachsene Wetter des Nordens gefasst machte. Dazu kamen ein paar sommerliche Sachen und ein neu beantragter Reisepass, den ich in Großbritannien das erste Mal seit dem Brexit brauchen würde. Nachdem ich mich von M. verabschiedet hatte und mich jetzt schon auf das Wiedersehen mit ihm freute, brach ich zum Bahnhof auf. Mit dem Zug sollte es nun zuerst durch den Eurotunnel nach Liverpool gehen, die erste Etappe in Großbritannien auf dieser Reise.

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